flying dolphins

 

Bernd - Uwe Krause / GeschichtenWortspieler
Geschichtenstrom / Rosenduft / Hey Brother! / dumdidum / Traumweber / zerbrochen / Winterwelt / Murmeltiere / Frühling / Novemberzeiten

 

                                                                                         Wortspieler


Wortspieler

Bilder
Gesänge
Gerüche
und ich
formen
die Geschichten
fügen sich zusammen
zerbrechen
verschmelzen
kommen, werden
und vergehen
mit mir

Der Strom der Geschichten
als der alte Mann
im Meer
begann sich zu erinnern
im Geschichtenstrom
seiner Erinnerung
an die Geschichte
vom Meer
im Geschichtenstrom
seiner Erinnerung
als er den Versuch begann
sich zu erinnern

Rosenduft
als der flügelschlag des schmetterlings
rosenduftwolken
wehte über das land
erwachte elfentraumgetanztes zikadenlied
der gesternsommernacht

 

 

HEY,BROTHER
we welcome you
listening to your message
from the place
where time and space
are moving into a different world
of changing into responsibility
where another knowledge is given
to the human race
to be received
by heart
and soul
HEY, BROTHER - 
thank you, for coming

 

 

 

dumdidumm
wer? wie? was? warum?
wer bleibt warum dumm?
dumm, dum, dumdidum
summ summ summt herum
brummt der 
brumm
bär
hat es gar nicht schwer
spring in einen
bach
forellen schwimmen zu den quellen
in der tiefe unter den 
wellen
reiter kommen schneller weiter
lassen sich tragen
an stürmischen tagen
an den 
strand
körbe stehen im heißen 
sand
sturm verborgen
liegt eine weiße hand
Traumweber
dein Atem streicht
über den Vorhang der Zeit
in seinen Silberfäden fangen sich
Erinnerungen
an den bereits beschrittenen Weg
verharren für einen Herzschlag
morgenrotbeschienen tanzen 
Boten der Zukunft die Ahnung 
des verwehten Augenblicks
Zerbrochen
Sonne, Mond und Sterne, 
seht her
Sonne, Mond und Sterne
ich habe es vollbracht
und dem Vogel den Flügel
gebrochen
und das Herz
mit einem einzigen Gedanken
und der Lust an meinem Stolz
seht her, und trauert mit mir
um den verlorenen Schatz
hier in diesem Schatten

 

 

 

 

 

 

 

 


Winterwelt
wer weiß, wie weiß
werden wild wogende
wolkenwände
wenn wenig warme
wetterwinde
wirbeln winzige wassertropfen
winterlich
westwerts ?

whow!
Murmeltier
Klopft ein Murmeltier, 
mal an eine Tür
"Lasst mich zu euch rein,
ich bin so allein!"
Da tönt es aus dem Haus
ärgerlich heraus:
"Wer bummert so an unsere Türe? 
Hier wohnen schon zehn Murmeltiere"
 

 

 

 

 


Frühling
Vom Eise befreit sind Bach und See
geschmolzen ist endlich er letzte Schnee
Knospen weben ein zartes Band
ein grüner Teppich liegt über dem Land
Krokusse, Primeln und Kirschbäume blühn'n
Vogelschwärme nach Norden zieh'n
Schmetterling träumt im Sonnenlicht
Hummel summt ihr erstes Gedicht:
"Winterschlaf ist zu Ende, raus vor die Tür,
der Frühling ist da, ich kann nichts dafür!"

 

Novemberzeiten
Auschwitz, Block 10 und 11
- Die Todeswand -

Der Mann steht gebeugt,
die Hände auf den Rücken gebunden.
Unter der schmutzigen Augenbinde rollen Tränen
über das von Schmerz und Hunger gezeichnete Gesicht

Ramallah

Der kleine Junge duckt sich hinter der Mauer,
ergreift die Hand seines Bruder,
der mit geballter Faust dem Panzer droht
und einen Stein wirft

Kabul

Die Mutter beugt sich schützend
über ihre kleine Tochter,
in der einen Hand das Bündel mit den letzen Habseligkeiten,
in der anderen die leere Wasserflasche

Der Soldat

hält das Gewehr,
die Lippen zusammengepresst
zieht er die Schulterblätter zusammen
und fragt sein Gewissen:

Das Gewissen

„Du verteidigst die zivilisierte Welt
gegen den Terrorismus“

„Du kämpfst für die heilige Erde deines Vaterlandes,
dein Kampf ist gerecht“

„Du führst den Kampf für dein Volk, deine Rasse,
das andere, ist unwertes Leben“

Eine Baracke im Konzentrationslager 
Auschwitz - Birkenau
am 03.10.2001

Gebückt trete ich in den Raum,
tauche ein in das Grau,
meine Hand streicht über die verwitterten Holzbohlen
der Verschläge,
ganz vorsichtig,
als könnte ich die Menschen aufwecken,
die hier gelitten haben.

Ich lehne mich an eine Wand, die Augen geschlossen.

Stimmengemurmel
verschwindet in den zerfressenen Mauerritzen.

Ich zwinge mich, gleichmäßig zu atmen.

Mein Augen öffnen sich langsam,
finden Halt am hellen Rechteck eines Fensters
davor die Umrisse eines Schmetterlings.

Verzweifelte Flügelschläge, dem Licht entgegen.

Ich höre das ganz leises Klopfen auf der Scheibe
und spüre Angst.

Aus dem Dunkel der Baracke löst sich eine Frauengestalt,

richtet sich auf

streckt die Hand aus

öffnet das Fenster.

Der Schmetterling findet seinen Weg.

Wärme, Licht und Hoffnung strömen in den Raum.

 

 

 

 

 

 

 

 

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